Volkstrauertag: „Gelebtes Bekenntnis zur Vergangenheit“

Am Ehrenmal im Stadtpark hielt stellvertretender Bürgermeister Wolfgang Preuß die Gedenkrede. Schülerinnen und Schüler der Sekundarschule wirkten unter anderem mit.

Für den CDU-Landtagsabgeordneten Martin Sträßer ist der Volkstrauertag und die dazu gehörige Gedenkstunde eine „wichtige, ja unverzichtbare Tradition“. Dass die Zahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch in diesem Jahr eher überschaubar gewesen sei, ändere daran nichts. Vielmehr, so Sträßer, sei hervorzuheben, dass sich Jahr für Jahr Schülerinnen und Schüler ihre eigenen Gedanken zu diesem Anlass machen.

In Wülfrath gestalten abwechselnd Schülerinnen und Schüler der weiterführenden Schulen die Feier, auf der der Opfer von Krieg und Gewalt gedacht wird,  mit. „Das macht deutlich, dass dieser Tag nicht nur der Erinnerung dient, sondern auch Gegenwart und Zukunft in den Blick nimmt“, so Sträßer. Diesmal waren es Schülerinnen und Schüler der Schule am Berg. Die Sekundarschülerinnen und -Schüler haben in den Mittelpunkt gestellt, wie wichtig die Erfahrung von Zusammenhalt ist: beginnend in der Familie, in der Kita-Gruppe, in der Schulklasse bis hin zur Gesellschaft insgesamt. Zusammenhalt im Einsatz füreinander – vor Ort, im eigenen Land, aber auch in der Gemeinschaft der Völker Europas und der Welt.

Die Gedenkfeier wurde darüber hinaus vom Posaunenchor der Ev. ref. Kirchengemeinde und dem MGV Sängerkreis Wülfrath gestaltet. Die Gedenkrede mit Totenehrung hielt der stellvertretende Bürgermeister Wolfgang Preuß.

„Das Gedenken an die beiden großen Kriege des 20. Jahrhunderts und ihre zahllosen Opfer ist in Europa zur Tradition geworden, mehr noch, zu einer humanitären Verpflichtung, der wir uns nicht entziehen dürfen“, sagte Preuß. Dabei handele es sich nicht um leere Rituale, die in Sonntagsreden abgefeiert würden, „sondern um einen integralen Bestandteil unseres Lebens, unseres Seins, denn erst das gelebte Bekenntnis zur Vergangenheit macht uns zu dem, was wir sind. Das gilt auch und vor allem für die dunklen Seiten der Geschichte.“

Preuß mahnte, an dieser Erinnerungskultur festzuhalten: „Wir können sie nicht abstreifen und vergessen oder gar verdrängen – das würde bedeuten, unsere eigenen Wurzeln abzuschneiden. Die Wurzeln dieser Katastrophen und Krisen sind demnach in den meisten Fällen in der Vergangenheit zu suchen, in Konflikten, die nach außen hin vielleicht beigelegt wurden, doch innerlich vor sich hin schwären, bis sie plötzlich wieder aufbrechen in Hass und Gewalt. Das bedeutet, dass wir uns immer aufs Neue mit der Geschichte und ihren düstersten Kapiteln beschäftigen und das Gespräch mit unseren Nachbarn suchen müssen, die vielleicht gestern noch in der offiziellen Sprache der Regime als Gegner, ja Feinde bezeichnet wurden.“

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