Was ist die Berufs- und Studienorientierung?

Es gibt aktuell 328 Ausbildungsberufe, die in 16 Berufsfelder aufgeteilt sind. Zudem sind derzeit rund 18.044 Studiengänge in Deutschland studierbar. Die Städtische Sekundarschule Wülfrath möchte den Schülerinnen und Schülern eine Orientierung in diesem Berufedschungel geben. Wir wollen mit unterschiedlichen Instrumenten die Schülerinnen und Schüler dazu befähigen, ihren eigenen Weg zu finden, um schließlich die eigenen Stärken in die Berufswelt einzubringen. Um dieses Ziel zu erreichen, durchlaufen die Schülerinnen und Schüler mehrere Etappen bis zum Ende ihrer Schulzeit an der Sekundarschule. Welche es sind, erfahren Sie, wenn Sie weiterlesen. 

1. Die Etappen der Jahrgangsstufen 5, 6 und 7

Im Rahmen der schulischen Berufsbildung besucht die Sekundarschule regelmäßig Firmen und Unternehmen. Die Fünftklässler besuchen einen landwirtschaftlichen Betrieb in der Region – mit dem Hof von Familie Kneer haben wir einen Partner gefunden, welcher unseren Schülerinnen und Schülern einen Einblick in die vielfältigen Aufgaben eines Landwirtes ermöglicht.

In Jahrgang 6 besuchen die Schülerinnen und Schüler den Düsseldorfer Flughafen. Bei einer Airport-Tour erhalten die Jugendlichen interessante Einblicke „hinter die Kulissen“ und lernen dieses facettenreiche Arbeitsumfeld näher kennen.

In Jahrgang 7 besuchen die Schülerinnen und Schüler einen Vormittag lang das Schülerlabor Technik4ME des Berufskollegs Niederberg. Es bietet Schülerinnen und Schülern die Erkundung der technischen Berufswelt. Man erhält einen ganz neuen Blick auf Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik und kann schon früh erste Kontakte zur Berufswelt und zum Berufskolleg knüpfen.

Eine weitere Berufsfelderkundung findet im 8. Jahrgang statt. (siehe Jahrgangsstufe 8)

2. Die Etappen der Jahrgangsstufe 8

Die konkrete Berufswahlorientierung beginnt im 8. Jahrgang und setzt sich bis zur 10. Klasse fort. Sie wird hauptsächlich in dem Fach Arbeitslehre Wirtschaft und in bestimmten Bereichen der jeweiligen Fächer ( z.B. Bewerbungsverfahren in den Fächern Deutsch und Englisch) durchgeführt.

2.1 Die Potenzialanalyse

In der Jahrgangsstufe 8 findet im 1. Halbjahr eine Potenzialanalyse statt. Durch verschiedene Übungen setzen sich die Schülerinnen und Schüler mit den eigenen Stärken im persönlichen, sozialen und fachlichen Bereich auseinander. Die Analyse und das Beratungsgespräch finden anschließend mit den Beratern der Einrichtung statt, in der die Potenzialanalyse durchgeführt wurde.

2.2 Die Berufsfelderkundung

Im 2. Halbjahr findet an drei Tagen die Berufsfelderkundung statt, wobei Einblicke in drei verschiedene Berufsfelder gewonnen werden. Für die Auswahl der Berufsfelder werden die Ergebnisse der Potentialanalyse herangezogen, im Auswertungsgespräch geäußerte Wünsche sowie ein Beruf aus einem vorher nicht in Betracht gezogenen Berufsfeld. In einem Abschlussgespräch wird den Schülerinnen und Schülern ihre praktische Eignung für ein Berufsfeld aufgezeigt, sodass sie im Laufe der Praktikumssuche Berufe ausschließen oder verstärkt mit einbeziehen können. 

Außerdem können die Schülerinnen und Schüler am Girls‘/Boys‘ Day weitere Erfahrungen in einem Betrieb sammeln.

3. Die Etappen der Jahrgangsstufe 9 und 10

3.1 Besuch des Berufsinformationszentrums (BIZ) und Kennenlernen des begleitenden Berufsberaters der Agentur für Arbeit

Die Schülerinnen und Schüler besuchen das BIZ in Mettmann und werden dort so geschult, dass sie die Fähigkeit erwerben sämtliche Informationen zum Thema Berufswahl zu nutzen, die diese Einrichtung bietet. Durch diesen Besuch führt sie die Berufsberaterin, die sie bis zum Ende ihrer Schullaufbahn begleiten wird.

3.2 Kooperationen

Die Schule am Berg bietet unterschiedliche Kooperationen an, die im Laufe der Zeit erweitert werden. Aktuell besteht z.B. eine Zusammenarbeit mit dem landwirtschaftlichen Betrieb von Familie Kneer zur Betriebsbesichtigung.

Ein Kooperationsvertrag wurde mit der Agentur für Arbeit/ BIZ geschlossen, indem folgende Punkte vereinbart worden sind: Einzelberatung, Umgang mit Medien zur Berufswahl, Berufswahlfahrplan und BIZ Besuch.

Das in Wülfrath ansässige Unternehmen Lhoist, der weltweit größte Hersteller von Kalk – und Dolomiterzeugnissen ist ein neuer Kooperationspartner der Städtischen Sekundarschule Wülfrath. Details zur Gestaltung der Kooperationsvereinbarung müssen noch festgelegt werden.

Die AOK bietet für den neunten Jahrgang ein Bewerbertraining an.

Kontakt zur IHK können die Schüler und Schülerinnen der Städtischen Sekundarschule Wülfrath in der neunten Klasse durch das Angebot der Ausbildungsbotschafter knüpfen. Diese sind im ersten Lehrjahr und stehen für allerlei Fragen rund um das Thema Ausbildung zur Verfügung. Nicht selten stehen auf diese Weise ehemalige Schüler und Schülerinnen in den Klassen und berichten hautnah von ihren Erfahrungen aus der Berufswelt.

Für den zehnten Jahrgang bietet die IHK die Simulation von Bewerbungsgesprächen im Klassenverband an und gibt Hilfestellung beim Verfassen von Bewerbungen.

3.3   Veranstaltungen

Verschiedene Veranstaltungen sorgen dafür, dass die Eltern ausreichend über die Berufswahlorientierung ihrer Kinder informiert werden. Dazu gehören  der Elterninformationsabend und ein optionaler Besuch der Neuntklässler und interessierten Eltern der BIV ( Berufsinformationsveranstaltung) am Berufskolleg Niederberg. Für die zehnten Klassen ist dieser Besuch verpflichtend.

3.4 Praktikum

Neben dem generellen Schülerbetriebspraktikum können individuelle Maßnahmen für Förderschüler greifen.

3.4.1 Schülerbetriebspraktikum

Das Praktikum findet zu Beginn des zweiten Halbjahres über einen Zeitraum von drei Wochen statt. Die Schülerinnen und Schüler bemühen sich eigenständig um einen Praktikumsplatz, wobei sie die bisherigen Erkenntnisse über ihre Stärken verwenden können. Bei auftretenden Schwierigkeiten erhalten sie entsprechend Hilfe.

3.4.2 Praxiskurse

Schülerinnen und Schüler, die keine Aussicht auf einen Abschluss der Sekundarstufe I haben, können einen Praxiskurs in einem Betrieb durchführen. Dieser erfolgt im Anschluss an das Schülerbetriebspraktikum und beinhaltet 21 Stunden in der 9. Jahrgangsstufe. Ziel soll es sein, die Schülerinnen und Schülern an die praktische Arbeit heranzuführen und sie für einen Ausbildungsplatz zu befähigen.

3.4.3  Langzeitpraktikum

Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 8,9 oder 10 mit gefährdeter Abschlussperspektive HS 9 oder im Jahrgang 10 mit gefährdeter Abschlussperspektive HS 10 Typ a können an einem ein- oder zweitägigen Langzeitpraktikum teilnehmen, um ihr Abschlussziele zu verbessern.

3.5. Anschlussvereinbarung

Im zweiten Halbjahr der 9. Jahrgangsstufe wird die Anschlussvereinbarung zwischen den
Schülerinnen und Schülern und der Schule dokumentiert. Darin wird die individuelle Entscheidung weiterer Schritte von den Schülerinnen und Schülern festgehalten und der Berufs- und Studienorientierungsprozess bilanziert. Diese Anschlussvereinbarung soll der Anschlussstelle (Ausbildungsbetrieb, Berufsschule, Gesamtschule, Gymnasium) vorgelegt werden. 

4. Berufswahlordner

Die Etappen der Berufswahlorientierung werden durch den Berufswahlordner begleitet. Darin werden die gesamten schulischen Prozesse der Berufs- und Studienorientierung dokumentiert. 


Wo bekomme ich weitere Informationen?

Berufsorientierung

Berufliche Orientierung des Landes NRW:

http://www.berufsorientierung-nrw.de/start/index.html

Kommunale Koordinierungsstelle Schule – Beruf des Kreises Mettmann:

https://www.koko-me.de/

Zentrale Anmeldung für weiterführende Schulen:

https://www.schueleranmeldung.de/


Praktikum